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Online Casinos: Worauf Verbraucher achten sollten

Online Casinos: Worauf Verbraucher achten sollten

Seit Juli 2021 ist Online-Glücksspiel in Deutschland legal - aber nur unter strengen Auflagen und mit einer staatlichen Lizenz. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht den Markt, vergibt Lizenzen und führt eine öffentliche Whitelist. Trotzdem operieren nach wie vor zahlreiche Anbieter ohne deutsche Lizenz.

Einen detaillierten Online Casino Test und Vergleich aktueller Anbieter liefert laut einer BILD.de Auswertung klare Orientierung. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie Sie selbst prüfen können, ob ein Anbieter seriös ist - auch ohne Vorkenntnisse.

Fünf Merkmale seriöser Online Casinos auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die fünf wichtigsten Prüfkriterien zusammen. Jedes Kriterium wird im Artikel ausführlich erklärt.

Kriterium

Was es bedeutet

 

So prüfen Sie es

GGL-Lizenz

Anbieter ist in Deutschland legal zugelassen

 

Whitelist auf gluecksspiel-behoerde.de prüfen

1.000-€-Einzahlungslimit

Monatliche Einzahlungen sind gedeckelt

 

Testweise hohen Betrag eingeben - wird er akzeptiert, fehlt die Lizenz

OASIS-Sperrdatei

Spieler können sich anbieterübergreifend sperren

 

Im Kundenbereich nach Selbstsperre-Option suchen

5-Sekunden-Regel

Zwischen zwei Spins vergehen mind. 5 Sekunden

 

Beim Spielen beobachten - fehlt die Pause, fehlt die Lizenz

Auszahlungsquote (RTP)

Liegt bei deutschen Anbietern bei 88-92 %

 

In den AGB oder im Spielinfo-Bereich nachschlagen

Warum eine Prüfung notwendig ist

Der deutsche Glücksspielmarkt hat ein Parallelproblem: Neben den lizenzierten Anbietern existiert ein großer Schwarzmarkt mit Anbietern ohne deutsche Lizenz. Diese Anbieter sitzen häufig in Malta, Curaçao oder Gibraltar, sprechen gezielt deutschsprachige Kunden an und werben mit Bonusangeboten, die lizenzierte Casinos nicht bieten dürfen. Viele dieser Seiten sind professionell gestaltet, bieten deutschsprachigen Kundenservice an und erwecken den Eindruck, als wären sie reguliert.

Für Verbraucher ist das ein reales Risiko. Bei einem Anbieter ohne GGL-Lizenz haben Sie im Streitfall keinen Rechtsanspruch auf Auszahlung Ihrer Gewinne. Deutsche Gerichte sind nicht zuständig, der Anbieter sitzt im Ausland, und Ihre Einzahlungen sind im Zweifel verloren. Selbst professionell gestaltete Websites mit deutschem Kundensupport sind kein Beweis für eine gültige Lizenz.

Was viele nicht wissen: Weil Verträge mit illegalen Anbietern nach § 134 BGB nichtig sind, haben deutsche Gerichte Spielern das Recht zugesprochen, ihre Verluste zurückzufordern. Diese sogenannten Spielerverluste-Rückforderungen sind aktuell Gegenstand einer großen Klagewelle in Deutschland. Trotzdem bleibt die Durchsetzung im Ausland schwierig und langwierig.

Genau deshalb lohnt es sich, die fünf wichtigsten Kriterien zu kennen, an denen Sie einen seriösen Anbieter von einem illegalen unterscheiden können.

Wie Sie einen seriösen Anbieter erkennen: Fünf Prüfkriterien

Die folgenden fünf Punkte lassen sich ohne Vorkenntnisse und ohne technisches Wissen überprüfen. Wenn ein Anbieter auch nur eines dieser Kriterien nicht erfüllt, sollten Sie dort nicht spielen.

1. Die GGL-Whitelist: Ist der Anbieter überhaupt legal?

Der einfachste und wichtigste Check: Besuchen Sie die Website gluecksspiel-behoerde.de und suchen Sie den Anbieter auf der öffentlichen Whitelist der GGL. Steht der Anbieter nicht auf dieser Liste, operiert er in Deutschland illegal.

Ein häufiger Irrtum: Eine maltesische oder curaçaoische Lizenz ist für den deutschen Markt wertlos. Anbieter, die nur über solche EU-Lizenzen verfügen, bewegen sich außerhalb des deutschen Regulierungsrahmens. Das bedeutet: kein Spielerschutz nach deutschem Recht, keine Aufsicht durch deutsche Behörden und keine Möglichkeit, Gewinne vor deutschen Gerichten einzuklagen.

2. Das 1.000-Euro-Einzahlungslimit: Wie viel darf eingezahlt werden?

GGL-lizenzierte Anbieter sind verpflichtet, die monatlichen Einzahlungen pro Spieler auf 1.000 Euro zu begrenzen. Dieses Limit wird nicht pro Casino gemessen, sondern anbieterübergreifend über das zentrale System LUGAS (Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem) überwacht. Selbst wenn Sie bei drei verschiedenen lizenzierten Casinos spielen, bleibt Ihr Gesamtlimit bei 1.000 Euro pro Monat.

Bietet ein Casino höhere Einzahlungen an oder fragt nicht nach einem bestehenden Limit, fehlt die GGL-Lizenz - oder der Anbieter verstößt gegen seine Auflagen. Beides ist ein klares Warnsignal.

3. Die OASIS-Sperrdatei: Kann ich mich selbst sperren?

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem für Glücksspiel. Alle GGL-lizenzierten Anbieter sind verpflichtet, das System vor jeder Spielsitzung abzufragen. Eine Sperre kann auf zwei Wegen zustande kommen: durch Sie selbst (Selbstsperre) oder durch den Anbieter (Fremdsperre), wenn dieser auffälliges Spielverhalten bemerkt.

Die Sperre gilt anbieterübergreifend - auch in stationären Spielhallen und Spielbanken. Eine Selbstsperre können Sie für einen Zeitraum ab mindestens drei Monaten beantragen. Geben Sie keine Dauer an, gilt die Sperre für ein Jahr. Eine Fremdsperre durch den Anbieter läuft mindestens ein Jahr und kann nicht vorzeitig aufgehoben werden. Für Sie als Verbraucher bedeutet das: Bei einem seriösen Anbieter finden Sie im Kundenbereich immer eine Option zur Selbstsperre. Fehlt diese Option oder wird sie nur versteckt angeboten, ist das ein weiteres Warnsignal.

4. Die 5-Sekunden-Regel: Gibt es eine Pause zwischen den Spins?

Der Glücksspielstaatsvertrag schreibt für virtuelle Automatenspiele drei Beschränkungen vor, die direkt am Spielverhalten ansetzen:

•       5-Sekunden-Regel - zwischen zwei Spielrunden müssen mindestens fünf Sekunden vergehen. Schnelles, unkontrolliertes Weiterspielen wird dadurch technisch unterbunden

•       1-Euro-Einsatzlimit - der maximale Einsatz pro Spin ist auf einen Euro begrenzt

•       Kein Autoplay - die automatische Wiederholung von Spielrunden ist nicht erlaubt

Alle drei Regeln sind leicht überprüfbar. Fehlt auch nur eine davon, handelt es sich nicht um einen GGL-lizenzierten Anbieter. Casinos, die Einsätze von 10, 50 oder 100 Euro pro Spin ermöglichen, operieren nicht unter deutscher Regulierung.

5. Die Auszahlungsquote: Was bleibt vom Einsatz übrig?

Die Auszahlungsquote (Return to Player, RTP) gibt an, welchen Anteil der Einsätze ein Spielautomat langfristig an die Spieler zurückzahlt. International liegen die RTPs bei 95 bis 97 Prozent. In Deutschland sieht die Realität anders aus.

Grund ist die Einsatzsteuer von 5,3 Prozent, die Anbieter auf jeden einzelnen Einsatz an den Staat abführen müssen. Diese Steuer geht direkt vom Spielereinsatz ab und senkt die tatsächlichen Auszahlungsquoten auf 88 bis 92 Prozent. Das ist kein Betrug, sondern eine Konsequenz der Regulierung.

Seriöse Anbieter kommunizieren diese Tatsache offen. Verschweigt ein Anbieter die Auswirkung der Einsatzsteuer auf den RTP, ist Skepsis angebracht.

So erkennen Sie ein unseriöses Casino in der Praxis

Alle fünf Kriterien klingen in der Theorie einleuchtend. In der Praxis hilft ein konkretes Beispiel:

Ein Anbieter wirbt mit einem Willkommensbonus von 500 Euro, bietet Live-Roulette und Blackjack an, erlaubt Einsätze von 50 Euro pro Spin und zeigt keine Einzahlungsbegrenzung. Dieser Anbieter erfüllt keines der fünf Kriterien - kein Einzahlungslimit (Punkt 2), keine 5-Sekunden-Pause (Punkt 4), Tischspiele im Angebot (nur bei Spielbanken erlaubt) und überhöhte Einsätze. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Anbieter keine GGL-Lizenz besitzt, liegt bei nahezu 100 Prozent.

Im Vergleich dazu ein lizenzierter Anbieter: Maximal 1 Euro Einsatz, fünf Sekunden Pause zwischen den Spins, kein Autoplay, nur Slots und Poker im Angebot, Selbstsperre-Option im Kundenbereich. Weniger spektakulär - aber legal und mit echtem Spielerschutz.

Spielauswahl: Was bei lizenzierten Anbietern verfügbar ist

GGL-lizenzierte Spielotheken bieten hauptsächlich virtuelle Automatenspiele (Slots) und Online-Poker an. Klassische Tischspiele wie Roulette, Blackjack oder Baccarat sind bei privaten Anbietern in Deutschland in der Regel nicht verfügbar. Diese Spiele fallen unter das staatliche Monopol und werden ausschließlich von den Spielbanken der Bundesländer angeboten - in Bayern etwa von der Spielbank Lindau, der Spielbank Feuchtwangen oder der Spielbank Garmisch-Partenkirchen.

Bietet ein Online Casino ein vollständiges Live-Casino mit Roulette- und Blackjack-Tischen an, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Anbieter nicht unter deutscher GGL-Lizenz operiert.

Fazit: Was Sie jetzt tun sollten

Bevor Sie sich bei einem Online Casino registrieren, nehmen Sie sich fünf Minuten für den Schnellcheck:

1.     Whitelist prüfen - ist der Anbieter auf gluecksspiel-behoerde.de gelistet?

2.     Einzahlungslimit testen - akzeptiert der Anbieter mehr als 1.000 Euro pro Monat?

3.     Spielangebot prüfen - sind Roulette oder Blackjack verfügbar?

4.     5-Sekunden-Pause prüfen - fehlt die Pause zwischen Spins?

5.     AGB lesen - benennt der Anbieter die GGL als Aufsichtsbehörde und veröffentlicht die Auszahlungsquoten?

Falls auch nur ein Punkt nicht erfüllt ist, sollten Sie den Anbieter meiden. Es gibt genug lizenzierte Alternativen, bei denen Ihr Geld und Ihre Daten geschützt sind. Im Zweifel hilft ein Blick auf die GGL-Whitelist - sie ist öffentlich, kostenlos und wird regelmäßig aktualisiert.

Setzen Sie sich vor jeder Spielsitzung ein festes Budget und eine Zeitbegrenzung. Spielautomaten sind so programmiert, dass langfristig immer der Anbieter gewinnt. Das ist kein Geheimnis, sondern Mathematik.

Wenn Sie merken, dass Ihr Spielverhalten problematisch wird, finden Sie bei dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit kostenlose Beratung unter 0800 1 37 27 00 (Montag bis Donnerstag 10-22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10-18 Uhr).

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